Neurosymbiose !

Aus Verständnis wächst Verbindung

Was als unsere persönliche Reise begann, ist heute unsere Mission:
Menschen auf Ihrem Weg zu  mehr Verständnis und Verbundenheit zu begleiten

Carina

Ich weiß, wie es ist, sich von klein auf falsch zu fühlen. Schlaflosigkeit, Überforderung, Anpassung – nichts an mir schien in diese Welt zu passen. Im Kindergarten, in der Schule, im Kontakt mit anderen: immer dieses Gefühl, zu viel und gleichzeitig nicht genug zu sein.

Meine Hochsensibilität machte es noch schwerer. Ich spürte die Emotionen anderer Menschen so stark, dass ich dachte, ich sei verantwortlich für ihre Launen. In der Schule war ich überfordert vom Lärm, konnte mich nicht konzentrieren, bekam schlechte Noten – und niemand erkannte, dass ich ADHS habe.

So begann ein Weg voller Zwänge, Süchte, falscher Freunde und Beziehungen. Mit null Selbstwertgefühl versuchte ich, mich zu verbiegen, um endlich dazuzugehören.

Der Wendepunkt kam erst, als ich mich psychologisch ausbildete. Ich verstand: Ich bin nicht falsch. Ich bin neurodivergent – und das ist kein Makel, sondern eine andere Art, die Welt wahrzunehmen. Ich musste nicht anders werden, sondern lernen, mich selbst anzuerkennen.

Heute weiß ich, wie wertvoll diese Erkenntnis ist. Ich habe gelernt, mich selbst zu lieben, sicher zu stehen und mein Anderssein als Stärke zu leben. Genau das gebe ich weiter: In meinen Beratungen und Kursen begleite ich Menschen, die sich ähnlich fühlen wie ich damals – verloren, falsch, überfordert. Gemeinsam schaffen wir Klarheit, Selbstannahme und neue Wege.

Wenn du dich in meiner Geschichte wiedererkennst: Du bist nicht allein. Es gibt einen Weg – und du darfst ihn gehen.

Liabas

Ich wollte immer alles richtig machen, korrekt sein, Regeln einhalten. Dieser Anspruch galt nicht nur für mich, sondern auch für andere. Ordnung und Struktur waren mein Halt – und trotzdem hatte ich das Gefühl, nicht so recht dazuzugehören.

Im Kontakt mit anderen Menschen hatte ich große Schwierigkeiten. Ich habe immer sachlich gesprochen, direkt, klar. Für mich war das ehrlich und selbstverständlich. Doch ich verstand nie, warum andere ein Problem damit hatten. Viele fanden mich anstrengend, vor allem dann, wenn ich begeistert von etwas erzählt habe. Ich konnte stundenlang reden, voller Leidenschaft – und habe gar nicht bemerkt, dass es den anderen zu viel wurde.

Mein Leben lang dachte ich: So ist das eben. Ich ging davon aus, dass alle sich so fühlen wie ich. Also habe ich funktioniert, gearbeitet, durchgehalten. Aber zu Hause fiel die Maske. Gereizt, erschöpft, impulsiv – für meine Familie sah es aus wie Wut. Für mich war es der Zusammenbruch nach ständiger Überforderung.

Der Wendepunkt kam, als meine Tochter einmal zu mir sagte: „Entweder bist du ein Arschloch – oder du bist Autist.“ Dieser Satz hat mich tief getroffen. Doch er hat etwas in mir bewegt. Zum ersten Mal habe ich begonnen, mein ganzes Leben zu hinterfragen. Und plötzlich ergab so vieles Sinn.

Mit 62 habe ich erkannt: Ich bin Autist. Das war die wichtigste Erkenntnis meines Lebens. Ich bin nicht schwierig, nicht falsch, kein Problem. Ich nehme die Welt einfach anders wahr. Diese Erkenntnis hat mein Leben verändert – sie hat mir Frieden gebracht. Heute weiß ich: Ich darf so sein, wie ich bin.